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Die Süddeutsche: Israel war’s!

Februar 22nd, 2009 · Keine Kommentare

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18 Zeilen sind zwar nicht unbedingt rekordverdächtig, aber dennoch ein recht passables Ergebnis. Rudolph Chimelli hat in seinem Artikel in der letzten Süddeutschen Zeitung genau so lange gebraucht, um das erste Mal getötete Kinder anzusprechen. Thema ist natürlich, wie könnte es auch anders sein, Israel.

Illustriert wird das Ganze durch ein Foto, dessen Motiv ebenfalls typisch ist. Eine Frau mit einem kleinen Kind auf dem Arm steht vor den Trümmern eines Hauses. Es ist zwar völlig offen, ob die abgebildeten Personen tatsächlich etwas mit dem Gebäude zu tun hatten, aber die Botschaft der Abbildung ist dennoch klar: das zerstörte Gebäude war sicher einmal das Wohnhaus der Familie gewesen und wurde durch eine wildgewordene israelische Armee zerstört. Ob es sich vielleicht doch eher um ein Waffenlager terroristischer Gruppen handelt oder ob von diesem Gebäude aus eventuell sogar israelische Zivilisten unter Beschuss genommen wurden, wird man wohl nie erfahren.

Der (von Uri Avnery geklaute) Titel “Der Sechzigjährige Krieg” ist ein anderes Indiz für die Stoßrichtung des Artikels. Die Ursache allen Übels ist die Gründung des Staates Israel. Dreh- und Angelpunkt des Beitrags ist eine im Jahre 1955 durchgeführte israelische Militäraktion, vom Autor als “Gaza-Überfall” deklariert, die “direkt in den Sechstagekrieg von 1967″ geführt habe. Kein Wort über die antisemitischen Pogrome, die in den 20er und 30er Jahren in der Region stattgefunden haben. Kein Wort über den Überfall mehrerer arabischer Nachbarstaaten auf den gerade erst gegründeten Staat Israel im Jahre 1948. Kein Wort über die Vorkommnisse, die unmittelbar zum Sechstagekrieg geführt hatten. Stattdessen habe Israel – scheinbar grundlos – damit angefangen, die “Araber [...] mit brutaler Einschüchterung in Schach” zu halten. Schuld ist wie immer alleine Israel. Einfach, weil es existiert.

Business as usual. In der Berichterstattung über den Nahen Osten lassen sich einige ständig wiederkehrende Muster ausmachen. Opfer auf arabischer Seite sind grundsätzlich Frauen und Kinder – wohingegen Israel scheinbar nur aus martialisch wirkenden Soldaten besteht. Wenn Kampfhandlungen gezeigt werden, dann ist grundsätzlich die IDF zu sehen – Bilder, die palästinensische Terroristen beim Abfeuern von Raketen (aus bewohntem Gebiet heraus) zeigen sind die Ausnahme. Das sind nur einige der zahlreichen Beispiele für die einseitige Berichterstattung. Zum Teil haben Fotos auch rein gar nichts mit kriegerischen Auseinandersetzungen zu tun. Beispielsweise wenn orthodoxe Juden beim Gebet an der Klagemauer gezeigt werden, und somit das falsche Bild vermittelt wird, es handle sich bei Israel um einen von der Orthodoxie geprägten Staat.

Bereits während des Libanonfeldzuges konnte eine extrem einseitige Berichterstattung über die Kampfhandlungen festgestellt werden. Eine Studie des unabhängigen Instituts “Medien Tenor” kam beispielsweise zum Ergebnis, dass ARD und ZDF äußerst einseitig berichteten: “Täter ist in erster Linie Israel, Opfer in erster Linie die Zivilbevölkerung im Libanon”. Als Resümee wurde festgestellt, dass die entsprechenden Nachrichtenformate “die Unabhängigkeit durch einen Mangel an Perspektiv-Vielfalt” vernachlässigen. Man kann sich sicher sein, dass eine ähnliche Untersuchung zum jüngsten Konflikt zu identischen Ergebnissen käme.

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Kategorie(n): Antisemitismus

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